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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Yes! I can drive a Broom! (2)

Ja! Auch die folgenden Damen können einen Besen fahren, die einen machen es schon in aller Öffentlichkeit, die anderen verstecken sich noch im Besenschrank und warten auf den geeigneten Augenblick. Die folgenden Geschichten, kommen aus Amerika. Zwei von ihnen hab ich persönlich gefragt, die letzte (C) hab ich nur in Youtube gefunden und spontan ihre Geschichte ins Deutsche übersetzt, damit ich von denen vielleicht, die noch im Besenschrank stecken, ihre Fragen dadurch beantworten kann.



V:  Sie ist 17 Jahre alt und praktiziert jetzt schon seit 8 Jahren, sprich, sie hat mit 9 Jahren angefangen. Damals hatten sie Freunde in diese Richtung geschubst, als sie mal zusammen ein Ritual abgehalten haben, danach haben sie es immer öfter getan, es ernster genommen, bis V sich dann entschied, dass sie diesen Weg gehen wollte. Für sie war es eigentlich normalste auf der Welt, das man Magie praktizierte und dachte nicht im Traum daran, dass das von anderen vielleicht verurteilt werden könne. Als sie nach Hause ging, hat sie es dann sogleich ihrer Mutter erzählt, die ganz anders reagiert hatte, als sie sich das vorgestellt hatte, sie war aufgebracht darüber und vorallem nicht zufrieden damit und wollte es nicht akzeptieren. V hat sich davon nicht abbringen lassen und praktizierte weiter, schließlich ist es ihr Weg, den sie gehen will. Ein paar Jahre ging das so, bis sie ungefähr 14 oder 15 Jahre alt war, als sie nochmal zu ihrer Mutter ging und sie ihrer Mutter ihr Glaubenssystem, den Altaraufbau, die Symbolik und Rituale erklärt hat und dass sie das bitte respektieren soll, da es ein Teil von ihr sei und nicht wegzudenken ist. Nach diesen Jahren "Bedenk"-zeit, hat sich auch die Reaktion ihrer Mutter geändert und sie hat es besser aufgenommen und respektiert die Entscheidung ihrer Tochter. Ihre Mum selber ist nicht der strengste Christ, pflegt es aber regelmäßig in die Kirche zu gehen, aber sie hat ihre Tochter damit respektiert. 

S: Sie ist ebenfalls 17 Jahre alt und ist die beste Freundin von V, durch sie ist sie auch zur Magie gekommen, als sie sich das erste Mal getroffen haben, sie selbst bezeichnet sich noch als "Newcomer" und steckt noch zwischen all den Besen im Schrank fest. Im Juli, kurz davor, bevor ich Kontakt mit den zwei aufgenommen hab, wurde sie zum aller ersten Mal von ihrer Mutter "erwischt". 
Sie war in ihrem Zimmer, wo sie auch ihren Altar stehen hatte, den sie erst vor ein paar Wochen damals aufgebaut hatte, als ihre Mutter ins Zimmer platzte, während S gerade am Laptop saß und gar nicht daran gedacht hatte, ihre Sachen zu verstecken. 
Ihre Mutter war natürlich auf die komischen Sachen aufmerksam geworden und fragte verwirrt, was das denn sei. S antwortete ihr, aber ihre Mutter fragte einfach munter weiter. S kam die ganze Situation sehr unangenehm vor und lief dann einfach aus dem Haus. Aber dadurch hat sie erst gemerkt, dass sie ihrer Mutter langsam erklären muss, was sie eigentlich tut und woran sie glaubt, denn sie will nicht ewig im Besenschrank bleiben, weil es für sie viel zu anstrengend ist, sich jedes Mal zu verstecken und sie es leid ist, ihre Überzeugungen nicht frei ausleben zu können. Ob sie jetzt schon mit ihr geredet hat, weiß ich nicht :) Vielleicht sucht sie immer noch die richtigen Worte dafür, denn so ein Outing ist alles andere als leicht ;D 

C: Wie alt sie ist, weiß ich nicht, aber ich würde sie so auf 18 oder ebenfalls 17 schätzen. Sie hab ich nicht persönlich kontaktiert, ich hab nur eins ihrer Videos auf YT gesehen und dachte, dass muss ich einfach wiedergeben. Ihre engen Freunde wussten schon immer, dass sie eine Hexe war. Ihre Familie hat es wahrscheinlich irgendwann herausgefunden, sodass sie sich vor ihnen nicht outen musste, sie dachte sich einfach, "die sind klug, die werden das schon rausfinden". Allerdings hat es der großteil ihres Freundeskreises nicht gewusst und sie hatte keine Lust in zwei Leben zu leben. Einmal die spirituelle Hexe C und dann das normale Mädchen C. Sie fühlte sich damit nicht wohl und wollte dem ein Ende setzen und hat sich per Internet geoutet. Sie hat ein Video darüber gemacht, indem sie über ihren Glauben und über das was sie tut gesprochen hat und dann einfach auf Facebook gestellt, wo all ihre Freunde es gesehen haben. Sie hat gutes Feedback bekommen, die einen hat es gar nicht interessiert, die anderen haben sie für ihren Mut respektiert und einige fanden es sogar echt klasse. Mit dem Ergebnis ist sie selbst sehr zufrieden, denn jeder hat es eigentlich respektiert, der ihr wichtig war und sie meint, diejenigen, die es nicht respektieren, soll man einfach in Ruhe damit lassen.
Ich jedenfalls find alle drei Mädchen klasse, auch wenn man einiges besser machen könnte, in meinen Augen, aber eigentlich hat dann doch alles gut geklappt. Bei jedem muss es anscheinend anders ablaufen oder geschehen, obwohl sie alle im Grunde das Gleiche getan haben oder noch tun werden :)
Außerdem will ich noch ein Video mit euch teilen, von einer sehr starken Frau wie ich finde und da ich gerade über die Hexen-Outings in Amerika berichte passt das Video eigentlich total gut :)

Das war's  jedenfalls von mir :)
Blessed be 
Montuna
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Samstag, 11. August 2012

Yes! I can drive a Broom! (1)


JA! Ich kann einen Besen fahren, hab ja erst letztens noch meinen Führerschein im Juli erfolgreich bestanden. War kein großes Hexenwerk, auch wenn ich doch um ein wenig Beistand gebetet hab. Tatsache ist, dass Magie, Hexentum und Gott/Göttin einen festen Bestandteil in meinem Leben haben. Es gehört einfach zu mir, genau so wie ich bin und will man so nicht auch von seinen Freunden und seiner Familie akzeptiert werden?


Mir jedenfalls geht's schon so. Allerdings ist es ein wichtiger Schritt aus dem Besenschrank herauszutreten und reinen Tisch zu machen. Ob nun der Schritt "Familie" oder "Freunde" der schwierigste ist, ist so gesehen bei jedem unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, in welcher Umgebung man lebt, wie man das heikle Thema anspricht und was man selbst mit "Hexe sein" umgeht. Daraus entstehen dann viele unterschiedliche Situationen, wie die Familie oder bzw die Freunde reagieren. Klar, kann man sowas nie einschätzen und man wird vielleicht die ein oder andere Überraschung erleben, aber ein wenig hilft es doch, wenn man sich mal mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Warum, wenn es anscheinend manchmal ziemlich stressig sein kann, sich zu outen, macht man es dann? Sollte man es dann nicht lieber bleiben lassen und einfach im Geheimen weiter machen? 
Ich finde, das sollte jeder selbst für sich entscheiden, aber man sollte nicht aus den falschen Gründen, den Schritt in die Öffentlichkeit tun, wenn man es nur macht, weil man Aufmerksamkeit will, aus dem Rahmen fallen will, sich mysteriöser machen will und und und ist hier eigentlich fehl am Platz und sollte sich dann erstmal Gedanken drüber machen, wie ernst man denn Magie und Hexentum überhaupt nimmt. 
Wenn man allerdings wahrhaftig praktiziert, und es das ist, was man will und das auch mit seinen Freunden und Familie zu teilen , sollte man unbedingt vorbereitet sein, bevor man vor seine Familie tritt. Wenn man einfach sagt "Ich bin eine Hexe, akzeptiert das mal", werden sie einen womöglich für übergeschnappt halten und höchstwahrscheinlich nicht für ernst nehmen. Sie stellen sich etwas anderes vor, was es heißt eine Hexe zu sein, weswegen es wichtig ist, sie aufzuklären, ihnen zu ERklären was eine "Hexe sein" bedeutet und auf alle Fragen eine Antwort zu wissen, dadurch sehen sie dann, dass es einem ernst ist und keine Spinnerei, die man zufällig in einem Fantasy-Buch gelesen hat oder dergleichen. Man muss ihnen helfen es zu verstehen, man könnte gemeinsam darüber googeln, um es noch präziser zu erklären. Jedenfalls ist Vorbereitung das A und O in dieser Geschichte.

Natürlich kann es sein, dass sie es nicht akzeptieren, damit nicht klarkommen oder es verurteilen, dann sollte man aber nicht den Fehler machen, es ihnen aufzuzwingen oder sich einschüchtern zu lassen. Man sollte dann halt einfach so weitermachen wie bisher und sie von allen raushalten. Man muss selbst wissen, womit man zufrieden ist und es akzeptieren, wenn andere es nicht können.
Wenn man weiß, dass die Familie es von Haus aus nicht akzeptieren wird/kann, beispielsweise, wenn sie schon öfters klargemacht haben, was sie davon halten, dann sollte man es wohl lieber lassen.
Aber das wichtige ist auf jeden Fall, vorbereitet zu sein, sich Gedanken darüber machen, WIE man es sagt, WO man es sagt und WANN man es sagt.

In den letzten Wochen hab ich mich intensiv mal mit dem Thema beschäftigt, dadurch andere Hexen kennengelernt, die ich sozusagen interviewed habe und deren Erfahrungsberichte ich zusammenfassen und einzeln posten werde. Aber ich hab mich natürlich nicht nur mit den deutschen Hexen zufrieden gegeben, schließlich wird das Hexentum ja nicht nur in Deutschland praktiziert, sondern überall auf der Welt und so hab ich auch einige amerikanische Hexen befragt. Zum Schluss der Besenschrank-Reihe kommt dann natürlich mein eigener Erfahrungsbericht, wie das bei mir abgelaufen ist.
Wie war euer Outing? oder seid ihr immer noch im Besenschrank? ;D

blessed be
Montuna Witchka

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