Samstag, 11. August 2012

Yes! I can drive a Broom! (1)


JA! Ich kann einen Besen fahren, hab ja erst letztens noch meinen Führerschein im Juli erfolgreich bestanden. War kein großes Hexenwerk, auch wenn ich doch um ein wenig Beistand gebetet hab. Tatsache ist, dass Magie, Hexentum und Gott/Göttin einen festen Bestandteil in meinem Leben haben. Es gehört einfach zu mir, genau so wie ich bin und will man so nicht auch von seinen Freunden und seiner Familie akzeptiert werden?


Mir jedenfalls geht's schon so. Allerdings ist es ein wichtiger Schritt aus dem Besenschrank herauszutreten und reinen Tisch zu machen. Ob nun der Schritt "Familie" oder "Freunde" der schwierigste ist, ist so gesehen bei jedem unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, in welcher Umgebung man lebt, wie man das heikle Thema anspricht und was man selbst mit "Hexe sein" umgeht. Daraus entstehen dann viele unterschiedliche Situationen, wie die Familie oder bzw die Freunde reagieren. Klar, kann man sowas nie einschätzen und man wird vielleicht die ein oder andere Überraschung erleben, aber ein wenig hilft es doch, wenn man sich mal mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Warum, wenn es anscheinend manchmal ziemlich stressig sein kann, sich zu outen, macht man es dann? Sollte man es dann nicht lieber bleiben lassen und einfach im Geheimen weiter machen? 
Ich finde, das sollte jeder selbst für sich entscheiden, aber man sollte nicht aus den falschen Gründen, den Schritt in die Öffentlichkeit tun, wenn man es nur macht, weil man Aufmerksamkeit will, aus dem Rahmen fallen will, sich mysteriöser machen will und und und ist hier eigentlich fehl am Platz und sollte sich dann erstmal Gedanken drüber machen, wie ernst man denn Magie und Hexentum überhaupt nimmt. 
Wenn man allerdings wahrhaftig praktiziert, und es das ist, was man will und das auch mit seinen Freunden und Familie zu teilen , sollte man unbedingt vorbereitet sein, bevor man vor seine Familie tritt. Wenn man einfach sagt "Ich bin eine Hexe, akzeptiert das mal", werden sie einen womöglich für übergeschnappt halten und höchstwahrscheinlich nicht für ernst nehmen. Sie stellen sich etwas anderes vor, was es heißt eine Hexe zu sein, weswegen es wichtig ist, sie aufzuklären, ihnen zu ERklären was eine "Hexe sein" bedeutet und auf alle Fragen eine Antwort zu wissen, dadurch sehen sie dann, dass es einem ernst ist und keine Spinnerei, die man zufällig in einem Fantasy-Buch gelesen hat oder dergleichen. Man muss ihnen helfen es zu verstehen, man könnte gemeinsam darüber googeln, um es noch präziser zu erklären. Jedenfalls ist Vorbereitung das A und O in dieser Geschichte.

Natürlich kann es sein, dass sie es nicht akzeptieren, damit nicht klarkommen oder es verurteilen, dann sollte man aber nicht den Fehler machen, es ihnen aufzuzwingen oder sich einschüchtern zu lassen. Man sollte dann halt einfach so weitermachen wie bisher und sie von allen raushalten. Man muss selbst wissen, womit man zufrieden ist und es akzeptieren, wenn andere es nicht können.
Wenn man weiß, dass die Familie es von Haus aus nicht akzeptieren wird/kann, beispielsweise, wenn sie schon öfters klargemacht haben, was sie davon halten, dann sollte man es wohl lieber lassen.
Aber das wichtige ist auf jeden Fall, vorbereitet zu sein, sich Gedanken darüber machen, WIE man es sagt, WO man es sagt und WANN man es sagt.

In den letzten Wochen hab ich mich intensiv mal mit dem Thema beschäftigt, dadurch andere Hexen kennengelernt, die ich sozusagen interviewed habe und deren Erfahrungsberichte ich zusammenfassen und einzeln posten werde. Aber ich hab mich natürlich nicht nur mit den deutschen Hexen zufrieden gegeben, schließlich wird das Hexentum ja nicht nur in Deutschland praktiziert, sondern überall auf der Welt und so hab ich auch einige amerikanische Hexen befragt. Zum Schluss der Besenschrank-Reihe kommt dann natürlich mein eigener Erfahrungsbericht, wie das bei mir abgelaufen ist.
Wie war euer Outing? oder seid ihr immer noch im Besenschrank? ;D

blessed be
Montuna Witchka

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