Samstag, 21. April 2012

Erlebnis - Religion im Alltag

Leider hab ich nicht direkt ein Bild, von dem wovon ich erzählen will, also müsst ihr euch wohl oder übel auf meine Beschreibung verlassen. Aber um das folgende zu verstehen, muss man wissen, dass ich auf einer katholischen Klosterschule bin und dementsprechende viele Pater herumlaufen und/oder uns sogar in einigen Fächern unterrichten, was dann wirklich keine Seltenheit ist.
Jedenfalls sind wir gestern in einen wunderschönen Raum, der bei uns "freiRAUM" genannt wird, im Rahmen des Religionsunterrichts gegangen.
Ich hab mich innerlich schon darauf eingestellt, dass wir Kirchenlieder singen, beten und irgendeinen anderen Kram machen müssen und davon bin ich nun wirklich kein Fan, da ich mich nicht zu dieser Religion bekenne. Das hat mich auch an etwas erinnert, was ich heute dann auch auf einem anderen Blog gelesen habe.
Christilche Privilegien, wo mich wiederum der Blog hier von meinem neustem Follower drauf gebracht hat -> Rabenschwatz
Meine Mitschüler wissen zum größten Teil nicht, an was ich glaube und das find ich auch gut so, weil die das niemals akzeptieren bzw. verstehen würde, was ich eigentlich sehr schade finde. Natürlich können sie täglich beobachten, dass ich mich einfach weigere in der Früh zu einem Holzkreuz an der Wand zu beten, wovon ich schon oft von meinen Banknachbar schon fast dazu gedrängt wurde, doch endlich einmal mitzubeten, meine Antwort darauf ist eigentlich stets dasselbe "Jedem das Seine" und dann ist das für mich abgehakt.

Jedenfalls waren wir dann auf dem Weg zu dem Raum und erst als wir dann unsere Schuhe ausziehen mussten und den Raum betraten, hab ich erst verstanden WAS unser Religionslehrer eigentlich mit uns machen wollte.
Nämlich eine Meditation in einem Zeitraum von einer halben Stunde und ich muss ehrlich sein, ich musste ersteinaml stutzen als ich den Raum betrat, weil er echt wunderschön war.
Die Wände waren in einem wunderschönen hellem un doch dezentem Orange-Ton gestrichen und die Fenster waren mit beigen schweren Vorhängen verhangen, damit nur die runde gedimmte Lampe unter dem großen weißen mit goldverzierten Baldachim uns spährliches Licht schenkte.
direkt darunter in der Mitte auf dem mit teppich-ausgelegtem Raum war ein weiterer weißer runder Teppich in dessen Mitte sich eine goldene große Schale befand in deren Mitte wiederum eine weiße Kerze stand, die von den Jahreszeiten typischen Dingen umschmückt wurde.

Viele Pflanzen standen noch in dem Raum und gab diesem schon fast etwas magisches und ich kam nicht darum mir zu denken, was für ein wunderschöner Ritualraum das doch wäre.
Dann sah ich aber an einer Wand ein riesiges Kreuz angelehnt, dass aus vielen Zweigen gebunden wurde, was wie ich finde das Bild ein wenig zerstört hatte und dem Raum doch etwas hartes gab.
Die Meditation war einfach wunderbar und eigentlich mit genau den Meditationen zu vergleichen, die man in der Magie benutzt und da musste ich einfach schmunzeln und meine Gedanken kreisten zuerst über viele Themen, bis ich mich dann schließlich entspannen konnte.

Ich musste daran denken, wie normal es meine Mitschüler fanden im Rahmen des Religionsunterrichts eine Meditation abzuhalten und wie sie einen belächeln oder gar auslachen würden, wenn man sagen würde, dass man sowas auch zuhause macht, aber unter einem anderen Aspekt.
Wie ich in dem oben genannten Beitrag auch nur bestätigen konnte ist, dass die meisten Christen andere Religionen vielleicht wahrnehmen, sie aber nicht realisieren und für Spinnereien und Unfug abtun. Aber auf die Idee, dass es auch andere Wege gibt zum Göttlichen gelangen, kommen sie nicht. Schade eigentlich.

Naja, was ich im 'Grunde einfach sagen will und was mir persönlich auch ziemlich auf den Senkel geht, ist, dass einfach viel zu wenig Akzeptanz und Aufklärung herrscht, würde ich mich in meiner Klasse vollkommen als Naturspirituell outen, würde ich wirklich nur Gelächter ernten, außerdem finde ich es auch nicht gut, dass man an einer solchen  Schule, die kein Verbot hat, dass anders Gläubige hier nicht auf die Schule darf, den Krichengang als Pflichtveranstaltung aushängt.
Darf man nicht selbst entscheiden ob man bei einem solchen "Massenritual" beiwohnt? Ich finde, sowas sollte man doch selber entscheiden können.

Naja, das waren so meine Gedanken zu gestern, die ich einfach mal loswerden musste und vielleicht, wenn ich diesen  Raum wieder aufsuche, kann ich ein Foto machen :) weil der echt schön is, wenn man das Kreuz mal beiseite lässt (und man kann da super drin meditieren!) xD
Und bis gestern wusste ich nichtmal, dass wir sowas überhaupt haben ^^

Eure Montuna Witchka

Kommentare:

  1. Spannend, was du aus deiner Schule schreibst! Ich hab immer, schon als Kind, von einem leeren Raum geträumt - dein beitrag erinnert mich grad daran:) - in dem die Freiheit ist, ihn mit dem zu füllen (natürlich keine materiellen Dinge), die dran sind...

    liebe Grüße

    rabe

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  2. Hi Montua,

    ich finde es gut wie du den Religionsunterricht für dich interpretierst, auch ich war auf einer katholischen Mädchenschule und kann durchaus nachfühlen wie es dir dabei geht. Es hat lange gedauert bis ich meinen Weg zum Thema Christentum und Magie fand, aber als Zaunreiterin finde ich kann man durchaus das Beste aus beiden Sachen herausholen und für sich nutzen und solnge es funktioniert, warum nicht? Das macht mich zwar sowohl bei den Christen als auch bei den Paganen zur "Aussenseiterin", aber ich konnte bisher immer meinen Standpunkt vertretten und bin damit sehr zufrieden.
    Ich könnte noch mehr zu dem Thema sagen, aber das würde hier den Rahmen sprengen ;)

    Lg Bianca

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